Polen war über Jahrzehnte frei von ND. In 2023 trat die Seuche erstmalig wieder in einem Mastbetrieb in Ostpolen auf und hat sich seither auf weite Teile des Landes ausgebreitet. Allein im Jahr 2025 waren laut ADIS bis zum 14. Dezember bereits 74 Puten-, sowie Legehennen- und Masthuhnbestände betroffen. Im April 2025 verhängte das polnische Landwirtschaftsministerium eine ND-Impfpflicht für kommerzielle Geflügelhaltungen. Trotzdem ist das Geschehen bislang noch nicht zur Ruhe gekommen und betrifft auch viele kleine, nicht kommerzielle Geflügelhaltungen, die z.T. sehr nah an der deutschen Grenze liegen (nicht in der Abbildung enthalten).
In Deutschland gilt eine allgemeine ND-Impfpflicht für gehaltene Puten und Hühner. Dies umfasst alle Haltungen -kommerzielle, wie nicht-kommerzielle- vom ersten Huhn, bzw. der ersten Pute an. Die StIKo Vet hat 2021 in einer ausführlichen Stellungnahme über die Erkrankung und die Impfung informiert. Als optimal hat sich die zweistufige Impfung, bestehend aus einer Grundimmunisierung mit einem Lebendimpfstoff über das Trinkwasser oder per Augentropfen, ggf. auch per Injektion mit einem rekombinanten HVT-Impfstoff am ersten Lebenstag, gefolgt von einer Injektionsimpfung mit einem Inaktivatimpfstoff, erwiesen. Alternativ kommt auch eine mindestens vierteljährlich zu wiederholende Lebendimmunisierung zur Anwendung. Lebendimpfstoffe, die über das Trinkwasser verabreicht werden, dürfen auch an nicht-kommerzielle Halter abgegeben und von diesen in ihren Klein- oder Kleinstbeständen selbständig angewendet werden.
Die derzeitige Situation in Polen ist besorgniserregend. Auch Deutschland ist vor einem derartigen Seuchengeschehen nicht gefeit. Die StIKo Vet rät Hühnerhaltern daher, den Impfstatus ihrer Tiere zu überprüfen und ggf. Wiederholungsimpfungen anzusetzen.
Newcastle Disease weiter auf dem Vormarsch
Geflügel
