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Feline-Leukämievirus-Infektion

Leitsymptome:

  • lange asymptomatische Phase
  • Lymphome
  • Sekundärinfektionen auf Grund von Immunsupression
  • Knochenmarkssuppression (z. B. Anämie)

 

Labordiagnostik:

  • Nachweis des FeLV-Antigens im Serum mittels in-house-Test (nur positiv bei progressiver Infektion)
  • Nachweis der DNA (Provirus) mittels PCR (positiv bei progressiver und regressiver Infektion)

Ätiologie

Das Feline Leukämievirus (FeLV) gehört, zusammen mit dem Felinen Immunschwächevirus (FIV) und dem Felinen Foamyvirus (FFV), zu den Retroviren. Diese sind bei ihrer Replikation darauf angewiesen, das virale Genom, ein RNA-Molekül, in eine Doppelstrang-DNA umzuschreiben, die anschließend in die Wirtszell-DNA eingebaut wird. FeLV-Partikel besitzen eine Hülle aus einer Lipid-Doppelmembran und enthalten im Innenkörper die sogenannten „gruppenspezifischen Antigene“, zu denen auch das p27-Protein gehört, welches eine große Rolle in der Diagnostik spielt. FeLV ist streng speziesspezifisch und infiziert nur Hauskatzen und einige wenige, andere (wildlebende) Feliden.

Epidemiologie

FeLV ist auf der ganzen Welt zu finden; die Prävalenz nahm jedoch in den letzten 20 Jahren weltweit ab. Laut einer aktuellen europaweiten Prävalenzstudie sind zwischen 0 - 10 % der Katzenpopulation in Europa FeLV-infiziert. Dabei besteht ein Nord-Süd-Gefälle; in Südeuropa (v. a. Portugal und Italien) sind die Prävalenzen noch relativ hoch, während FeLV in einigen Ländern Nordeuropas gar nicht mehr zu finden ist. In Deutschland liegen die Infektionszahlen inzwischen deutlich unter 1 %, wobei auch hier ein regionaler Unterschied besteht. Grund für die Abnahme der Prävalenz sind die vermehrte Testung und Separation von progressiv FeLV-infizierten Katzen sowie die Impfung. Die Prävalenz der FeLV-Infektion hängt von der Haltungsform ab. Vor allem Katzen in nicht kontrollierten Mehrkatzenhaushalten und Katzen mit freiem Auslauf gehören den Risikogruppen an. Es gibt eine Altersresistenz gegen FeLV, deren Ursprung vermutlich auf zellulärer Ebene liegt. Junge Katzen sind empfänglicher als alte Katzen und entwickeln häufiger eine progressive Infektion. Die Ausscheidung des FeLV erfolgt vor allem mit dem Speichel einer infizierten Katze. Außerhalb des Wirts ist das Virus nur wenige Minuten überlebensfähig. Die Übertragung erfolgt daher nur durch engen Kontakt zu infizierten Tieren. FeLV wird oronasal aufgenommen. Eine Übertragung kann vor allem bei gegenseitigem Beschnuppern, bei Benutzung gemeinsamer Futter- und Kotplätze, bei gegenseitiger Fellpflege und durch Biss- und Kratzwunden erfolgen. Eine Infektion von Welpen durch das Muttertier kann intrauterin, über die Muttermilch oder bei der Pflege stattfinden. Eine Virusübertragung durch Bluttransfusion ist ebenfalls möglich. Eine indirekte Übertragung ist, wegen der kurzen Überlebenszeit des Erregers in der Außenwelt, sehr unwahrscheinlich.

Pathogenese

Bei einer FeLV-Infektion müssen verschiedene Verlaufsformen unterschieden werden. Nach Virusaufnahmen kann es zu einer progressiven, regressiven oder abortiven FeLV-Infektion kommen. Diese drei Formen lassen sich durch den Nachweis von freiem Antigen (mittels ELISA oder ähnlichen Immunochromatographie-Tests), von Provirus (in das Wirtszellgenom integrierte DNA) (mittels PCR) und von Antikörpern unterscheiden. Nach einer Infektion, die meist oronasal erfolgt, kommt es zunächst zu einer Vermehrung in lymphatischen Geweben in der Nähe der Eintrittspforte. Vielen (30 - 50 %) Katzen gelingt durch eine effektive Antwort des zellulären und humoralen Immunsystems eine Unterdrückung der Entstehung einer Virämie. Diese abortiv infizierten Katzen (Antigen-negativ, Provirus-negativ, hohe Antikörper) sind nie virämisch, aber geschützt vor Neuinfektion. Vermutlich ist eine komplette Elimination des Virus nach Infektion nicht möglich, sondern FeLV bleibt bei jeder einmal infizierten Katze als provirale DNA irgendwo im Körper vorhanden (ist jedoch mit indirekten Nachweismethoden nicht zu entdecken). Ist das Immunsystem nicht in der Lage, das Virus in Schach zu halten, entwickeln die infizierten Katzen eine Virämie, in der die Viren mit Lymphozyten und Monozyten in die Blutbahn gelangen. Während der Virämie sind die Katzen Antigen-positiv und scheiden das Virus auch aus. Gewinnt das Virus den ersten „Entscheidungskampf“ gegen das Immunsystem, erreicht die Infektion nach etwa 3 Wochen das Knochenmark. Dann werden auch FeLV-infizierte Granulozyten und Thrombozyten im Blut gefunden. Sind die Katzen in der Lage, eine effektive Immunantwort aufzubauen und die Virämie zu beenden, wird diese Virämie dann als „transiente Virämie“ bezeichnet. Katzen beenden die transiente Virämie meist in den ersten 3 Wochen, spätestens aber in der Regel nach maximal 12 Wochen. Ist das Knochenmark bereits infiziert, kann das Virusgenom nicht mehr vollständig eliminiert werden, und es kommt zu einer regressiven Infektion (Antigen-negativ, Provirus-positiv, hohe Antikörperspiegel). Bei dieser regressiven Infektion ist nur die Virus-DNA als so genanntes „Provirus“, in die chromosomale, zelluläre DNA des Wirtes integriert, vorhanden. Mit Hilfe einer effizienten Immunantwort bestehend aus hohen Titern an virus-neutralisierenden Antikörpern und effizienten zytotoxischen T Zellpopulationen kann es infizierten Tieren gelingen, die Reaktivierung des Virus zu verhindern und diesen status quo teils über lange Zeiträume zu erhalten. Diese Katzen können durch Immunsuppression (z. B. Stress, Therapie mit Glukokortikoiden) wieder zu „Virämikern“ werden und dann im Antigen-Nachweis positiv reagieren und Virus ausscheiden. Bei manchen Katzen erfolgt die Reaktivierung erst nach vielen Jahren. Ist die Immunantwort ungenügend und reicht nicht aus, um die Virämie zu beenden, so gelten die Katzen als progressiv infiziert (Antigen-positiv, Provirus-positiv, keine oder niedrige Antikörperspiegel). Diese Katzen bleiben in der Regel lebenslang Antigen-positiv. Die Lebenserwartung dieser progressiv infizierten Katzen ist kürzer als die nicht-infizierter (oder regressiv oder abortiv infizierter) Katzen. Sie sterben meist innerhalb von 3 - 5 Jahren an FeLV-assoziierten Krankheiten. Junge Katzen entwickeln häufiger eine progressive Infektion als erwachsene Katzen, bei denen aufgrund der Altersresistenz eine progressive Infektion sehr selten vorkommt.

Klinik

Das klinische Bild der FeLV-Infektion ist vielfältig. Abortiv und regressiv infizierte Tiere zeigen in der Regel keine Symptome. Selbst eine progressive FeLV-Infektion kann lange Zeit ohne Symptome verlaufen. Später können bei progressiv infizierten Tieren FeLV-assoziierte Krankheiten auftreten. Die klinischen Veränderungen sind vor allem abhängig von sekundär auftretenden Krankheiten. Tumore und nichtneoplastische FeLV-assoziierte Krankheiten (Immunsuppression, Knochenmarksuppression, immunmediierte Krankheiten, Fortpflanzungsstörungen, Neuropathien etc.) werden unterschieden. FeLV kann über verschiedene Mechanismen eine Tumorentstehung bewirken. FeLV verursacht vor allem Lymphome. Selten entstehen Fibrosarkome, verursacht durch das feline Sarkomvirus (FeSV), einer aus Rekombination entstehenden FeLV-Variante. FeSV-bedingte Fibrosarkome sind meist multizentrisch lokalisiert (anders als die solitär an Injektionsstellen auftretende feline injection site sarcomas (FISS)). Nichtneoplastische FeLV-assoziierte Krankheiten sind häufiger als Tumore. Die wichtigste Folge der FeLV-Infektion ist eine Immunsuppression. Dadurch sind FeLV-infizierte Katzen prädisponiert für sekundäre Infektionen. Eine Knochenmarksuppression kann direkt durch FeLV-Vermehrung im Knochenmark oder Integration des Provirus in Knochenmark-Vorläuferzellen hervorgerufen werden. Außerdem kann die Knochenmarksuppression Folge von Leukämien oder Lymphomen, mit Verdrängung von blutbildenden Vorläuferzellen im Knochenmark, sein. Folge der Knochenmarksuppression sind Anämie, die oft hochgradig ist, seltener auch Thrombozytopenie und/oder Neutropenie. Neurologische Störungen sind eine weitere potentielle Folge progressiver FeLV-Infektionen, werden jedoch selten gesehen und wenn dann meist aufgrund von Lymphomen, die Kompressionen oder lymphatische Infiltrationen im Gehirn oder Rückenmark verursachen. Zudem kann FeLV selbst neurotoxisch sein. Fortpflanzungsstörungen können ebenfalls Folge einer FeLV-Infektion sein; bei trächtigen progressiv infizierten Kätzinnen treten Fruchtresorption, Aborte, Totgeburten oder Tod der Jungtiere kurz nach der Geburt auf. Überleben die Welpen, kann es zum „fading kitten syndrom“ kommen, mit Kümmern von progressiv infizierten lebensschwachen Welpen.

Diagnose

Der FeLV-Status sollte bei jeder Katze bekannt sein, da eine FeLV-Infektion besonderes Management und Haltungsbedingungen erfordert. Eine progressive FeLV-Infektion wird durch den Nachweis von freiem p27-Antigen im Blut diagnostiziert. Zahlreiche Firmen bieten FeLV-Antigen-Schnelltests auf der Basis eines ELISA oder eines ähnlichen Prinzips (Immunochromatographie), meist kombiniert mit einem FIV-Test, für die Praxis an. Bezüglich ihrer Qualität sind die Tests relativ gut vergleichbar. Die Aussagekraft eines negativen Testergebnisses liegt, in einem Land wie Deutschland mit einer niedrigen Prävalenz, sehr hoch (über 95 %). Ein einmaliges positives FeLV-Ergebnis ist wegen des niedrigen prädiktiven Werts nicht ausreichend aussagekräftig. Daher sollte bei einem positiven Testergebnis immer ein zweiter Test (möglichst von anderem Hersteller) oder alternativ eine PCR zur Bestätigung durchgeführt werden. Ein Nachweis von p27-Antigen in Speichel oder Tränenflüssigkeit ist nicht zu empfehlen, da virales Antigen nicht konstant ausgeschieden wird. Die PCR zum Nachweis des Provirus (integrierte DNA) wird zur Diagnose einer regressiven Infektion (Katzen mit regressiver Infektion sind Antigen-negativ, Provirus-positiv) oder als Bestätigungstest eines positiven Schnelltests eingesetzt. Der Nachweis von Antikörpern spielte zur Diagnose der FeLV-Infektion bisher keine Rolle. Seit kurzem sind jedoch neue Antikörpertests auf dem Markt, die alle Infektionsformen (also progressive, regressive und aborte Infektionen) erfassen. Diese Antikörpertests könnten wichtige Hinweise in Bezug auf eine Infektion und damit auch bestehende Immunität gegeben. Eine Impfung einer Antikörper-positiven Katze ist nicht nötig. Die Tests befinden sich derzeit in der Evaluation.

Behandlung

Regressive und abortive FeLV-infizierte Katzen benötigen kein spezielles Management. Progressiv FeLV-infizierte Katzen sollten besonders betreut werden. Die wichtigste Maßnahme in der Betreuung einer FeLV-infizierten Katze sollte es sein, die Katze vor Sekundärinfektionen zu schützen und diese, falls sie auftreten, frühzeitig zu behandeln. FeLV-infizierte Katzen sollten möglichst ohne Kontakt zu anderen Katzen ausschließlich im Haus gehalten werden, vor allem um eine Ansteckung von anderen Katzen in der Nachbarschaft zu verhindern, und auch, um die empfindliche, immunsupprimierte Katze selbst vor anderen Infektionen zu schützen. Gesundheitschecks mit klinischer Untersuchung und Blutbild, Serumchemie und Urinuntersuchung sollten halbjährlich durchgeführt werden. Eine progressiv FeLV-infizierte Katze sollte gegen andere Infektionen geimpft werden. Dabei sind evtl. kürzere Impfintervalle als bei nicht-infizierten Katzen (z. B. jährlich) sinnvoll.

In der Regel können Sekundärkrankheiten bei FeLV-infizierten Katzen genauso behandelt werden wie bei nicht infizierten Katzen. Einige Sekundärinfektionen bedürfen einer intensiveren und längeren Therapie als bei nicht FeLV-infizierten Katzen. Glukokortikoide, andere Immunsuppressiva sowie knochenmarksuppressive Medikamente sollten bei progressiv FeLV-infizierten Katzen sehr limitiert eingesetzt werden. In der Literatur sind viele Studien mit antiviralen Medikamenten dokumentiert. Eine Therapie mit wirklich überzeugender Wirkung wurde jedoch bislang nicht gefunden. Unter den eingesetzten antiviralen Chemotherapeutika wird AZT (Zidovudin, 3’-Azido-2’,3’-Dideoxythymidin) am häufigsten gegen FeLV eigesetzt, allerdings mit mäßiger Wirksamkeit. In manchen Studies hatte felines Interferon-ω eine positive Wirkung auf die Überlebenszeit und die Symptome progressiv infizierter Katzen, allerdings hatte es keinen Effekt auf die FeLV-Vermehrung. Man geht daher davon aus, dass das feline Interferon-ω eher eine Wirkung auf die sekundären Infektionen als auf das FeLV selbst hatte. Paramunitätsinducer haben keine Wirksamkeit bei progressiv FeLV-infizierten Katzen.

Prophylaxe

Eine sinnvolle Strategie zur Verhinderung von FeLV-Infektionen ist eine Kombination aus Erkennung progressiv infizierter (also ausscheidender) Katzen inkl. deren Separierung sowie die Impfung nicht-infizierter Katzen. Die Impfung schützt nur vor einer progressiven FeLV-Infektion, nicht vor einer abortiven oder regressiven Infektion. Eine Impfung gegen eine FeLV-Infektion gilt als Non-Core-Vakzine, da nur Katzen geimpft werden sollten, die ein Risiko haben, sich progressiv mit FeLV zu infizieren, also vor allem jungen Katzen mit hohem Expositionsrisiko (Freiläufer, Kontakt zu Katzen mit unbekanntem FeLV-Status etc.). Bei bereits FeLV-infizierten Katzen (abortiv, regressiv und progressiv FeLV-infizierten Katzen) ist die Impfung nicht sinnvoll. Bei unbekanntem FeLV-Status sollte daher vor der Impfung auf eine FeLV-Infektion hin untersucht werden. Neben FeLV-Antigentests, die als Schnelltests seit vielen Jahren für die Praxis zur Verfügung stehen (die jedoch nur die progressive Infektion nachweisen), gibt es seit kurzem auch Tests, die nicht nur FeLV-p27-Antigen, sondern auch Antikörper gegen das p15E-Antigen des FeLV nachweisen (sie wären damit also in der Lage, sowohl progressive, als auch regressive und abortive Infektionen nachzuweisen). Diese neuen Tests sind derzeit noch in der Validierung. Es ist noch nicht ganz klar, welche Aussagekraft sie aufweisen.

In Deutschland sind inaktivierte, adjuvantierte Impfstoffe gegen FeLV sowie eine FeLV-Vektorvakzine ohne Adjuvans zugelassen, die als monovalente Impfstoffe und in Kombination mit anderen Komponenten zur Verfügung stehen. Es gibt eine gewisse Altersresistenz gegen FeLV; die Wahrscheinlichkeit einer progressiven FeLV-Infektion nimmt mit dem Lebensalter der Katzen ab. Katzen sind also in den ersten Lebensjahren besonders empfänglich für eine progressive FeLV-Infektion und sollten gerade in dieser Zeit besonders gut geschützt sein. Bei alten Katzen (über 7 Jahren) ist das Risiko einer progressiven Infektion sehr gering. Bei ihnen muss über die Notwendigkeit einer Impfung individuell und abhängig von epidemiologischen Faktoren entschieden werden.

Es gibt eine epidemiologische Verbindung zwischen FeLV-Impfung (und Tollwut-Impfung) und der späteren Entwicklung von FISS, die möglicherweise darin begründet ist, dass viele FeLV- und Tollwutvakzinen Adjuvantien enthalten. Die FISS-Inzidenz liegt bei 1:1.000 bis 1:10.000 Impfungen. Um das Risiko von FISS zu minimieren, sollten nur Katzen geimpft werden, die ein hohes Risiko für eine progressive Infektion haben, also vor allem junge freilaufende Katzen. Zudem sollten Vektorvakzinen ohne Adjuvans adjuvanshaltigen Impfstoffen vorgezogen werden.

weiterführende Literatur

  • Tiermedizinische Mikrobiologie, Infektions- und Seuchenlehre; Herausgegeben von H.J. Selbitz; U. Truyen; P. Valentin-Weigand; Enke-Verlag Stuttgart 10. Auflage (2015); Feline Leukämievirus-Infektionen; Ludwig Haas; S. 479 ff.
  • Little, et al. (2020) 2020 AAFP Feline Retrovirus Testing and Management Guidelines. J Feline Med Surg 22 (1): 5-30. 10.1177/1098612x19895940
  • Studer, et al. (2019) Pan-European Study on the Prevalence of the Feline Leukaemia Virus Infection - Reported by the European Advisory Board on Cat Diseases (ABCD Europe). Viruses 11 (11): 993 ff. 10.3390/v11110993953 ff.
  • Hartmann (2015) Efficacy of antiviral chemotherapy for retrovirus-infected cats: What does the current literature tell us? J Feline Med Surg 17 (11): 925-39. 10.1177/1098612x15610676
  • Hartmann K. Kapitel: Management of Feline-Retrovirus-Infected Cats. In: Kirk’s Current Veterinary Therapy XV. Eds: Bonagura JD, Twedt DC; Elsevier Saunders, St. Louis (2014), S. 1275-1283.
  • Englert, et al. (2012) Survey of the feline leukemia virus infection status of cats in Southern Germany. J Feline Med Surg 14 (6): 392-8. 10.1177/1098612x12440531
  • Lutz, et al. (2009) Feline leukaemia. ABCD guidelines on prevention and management. J Feline Med Surg 11 (7): 565-74. 10.1016/j.jfms.2009.05.005

Zugelassene Impfstoffe

Stand: November 2020

Im Folgenden sind alle in Deutschland zur Anwendung an Katzen zugelassenen Impfstoffe aufgeführt, die eine Felines Leukämieviruskomponente enthalten. Einige dieser Impfstoffe wurden bereits im Kapitel Calicivirus-Infektionen detailliert beschrieben. Auf eine Darstellung der Zusammensetzung, der Applikationshinweise sowie des Anwendungsgebietes wurde für diese Impfstoffe verzichtet. Diese Impfstoffe sind in der folgenden Tabelle grau unterlegt.

Handelsname

Zulassungsinhaber

Impfantigen

leb./ inakt.

Hyperlink

Fevaxyn Pentofel

Zoetis

Panleukopenie,

Katzenschnupfen,

Chlamydien-Infektionen,

Infektiöse Leukämie

inakt.

EPAR

Leucofeligen FeLV/ RCP

Virbac

Panleukopenie,

Katzenschnupfen,

Infektiöse Leukämie

leb./ inakt.

EPAR

Leucogen

Virbac

Infektiöse Leukämie

inakt.

EPAR

Nobivac LeuFel

Intervet

Infektiöse Leukämie

inakt.

EPAR

Purevax FeLV

Merial

Infektiöse Leukämie

leb./ inakt.

EPAR

Purevax RCP FeLV

Merial

Panleukopenie,

Katzenschnupfen,

Infektiöse Leukämie

leb./ inakt.

EPAR

Purevax RCPCh FeLV

Merial

Panleukopenie,

Katzenschnupfen,

Chlamydien-Infektionen,

Infektiöse Leukämie

leb./ inakt.

EPAR

Versifel FeLV

Zoetis

Infektiöse Leukämie

inakt.

PharmNet

 

Zusammensetzung

Handelsname

Impfantigen

Zelllinie

Inaktivierung

Konservierungsstoff pro Dosis

Adjuvans

Leucogen

Felines Leukämievirus, Oberflächenantigen p 45

k.A.

-

-

Aluminiumhydroxid-Gel

Quillaja saponaria

Nobivac LeuFel

Felines Leukämievirus, Oberflächenantigen p 45

k.A.

-

-

Aluminiumhydroxid-Gel

Quillaja saponaria

Purevax FeLV

 

Felines Leukämievirus, Rekombinante des Kanarienpockenvirus, Stamm vCP97

k.A.

-

-

-

Versifel FeLV

Felines Leukämievirus, Stamm Kawakami-Theilen

Feline Lymphoblastoid Zelllinie

-

-

Quil A

Cholesterol

DDA (Dimethyl-dioctadecyl Ammoniumbromid)

Carbomer

Applikationshinweise

Handelsname

Dosis

frühester

Impfzeitpunkt

Grundimmunisierung

Wiederholung

Bemerkungen

Leucogen

1 ml, s.c.

ab 8 Wochen

2 Immunisierungen im Abstand von 3 bis 4 Wochen

nach 1 Jahr;

danach alle 3 Jahre

Maternale Antikörper können die Immunantwort auf die Impfung negativ beeinflussen. In Fällen, bei denen mit maternalen Antikörpern gerechnet wird, kann eine dritte Injektion im Alter von 15 Wochen angebracht sein.

Nobivac LeuFel

1 ml; s.c.

ab 8 Wochen

2 Immunisierungen im Abstand von 3 bis 4 Wochen

nach 1 Jahr;

danach alle 3 Jahre

Maternale Antikörper können die Immunantwort auf die Impfung negativ beeinflussen. In Fällen, bei denen mit maternalen Antikörpern gerechnet wird, kann eine dritte Injektion im Alter von 15 Wochen angebracht sein.

Purevax FeLV

1 ml oder 0,5 ml (abhängig von der gewählten Packung); s.c.

ab 8 Wochen

2 Immunisierungen im Abstand von 3 bis 5 Wochen

jährlich

Nicht bei trächtigen Tieren anwenden. Die Anwendung während der Laktation wird nicht empfohlen.

Nur gesunde Tiere impfen.

Es wird empfohlen, vor der Impfung zu untersuchen, ob FeLV-Antigene im Blut vorliegen.

Die Impfung bereits FeLV-positiver Katzen erzielt keine Wirkung mehr.

Versifel FeLV

1 ml; s.c.

ab 9 Wochen

2 Immunisierungen im Abstand von 3 bis 4 Wochen

nach 1 Jahr;

danach alle 3 Jahre

Nicht bei tragenden und laktierenden Katzen anwenden.

Es sollten nur gesunde Tiere geimpft werden.

FeLV Antigen positive Katzen sollen nicht geimpft werden. Daher wird ein Test auf das Vorhandsein von FeLV vor der Impfung empfohlen.

Es liegen keine Studien zur Wirksamkeit des Impfstoffes bei Vorhandensein von maternalen Antikörpern vor.

Anwendungsgebiet

Handelsname

Indikation

Leucogen

Aktive Immunisierung von Katzen ab einem Alter von acht Wochen gegen feline Leukämie zum Schutz vor persistenter Virämie und klinischen Symptomen dieser Erkrankung.

Der Schutz beginnt 3 Wochen nach der Grundimmunisierung.

Die Dauer der Immunität beträgt ein Jahr nach der Grundimmunisierung.

Nach der Boosterung, die ein Jahr nach der Grundimmunisierung erfolgt, wurde eine Immunitätsdauer von 3 Jahren nachgewiesen.

Nobivac LeuFel

Aktive Immunisierung von Katzen ab einem Alter von acht Wochen gegen feline Leukämie zum Schutz vor persistenter Virämie und klinischen Symptomen dieser Erkrankung.

Der Schutz beginnt 3 Wochen nach der Grundimmunisierung.

Die Dauer der Immunität beträgt ein Jahr nach der Grundimmunisierung.

Nach der Boosterung, die ein Jahr nach der Grundimmunisierung erfolgt, wurde eine Immunitätsdauer von 3 Jahren nachgewiesen.

Purevax FeLV

Aktive Immunisierung von Katzen ab einem Alter von 8 Wochen gegen Katzenleukose zur Verhinderung einer persistenten Virämie und klinischer Symptome der damit verbundenen Erkrankung.

Beginn der Immunität: 2 Wochen nach der Grundimmunisierung.

Dauer der Immunität beträgt 1 Jahr nach der letzten Impfung.

Versifel FeLV

Zur aktiven Immunisierung empfänglicher Katzen ab einem Alter von neun Wochen zur Verminderung der Anzahl mit felinem Leukämievirus (FeLV) infizierter und klinische Symptome der assoziierten Erkrankungen zeigender Katzen. Es sind keine Studien verfügbar, die einen Schutz gegen die assoziierten Erkrankungen belegen, aber die Verhinderung der Infektion ist mit einem Schutz gegen assoziierte klinische Erkrankungen verbunden.

Die Immunität tritt innerhalb von 4 Wochen nach abgeschlossener Grundimmunisierung ein.

Die Dauer der Immunität beträgt mindestens 1 Jahr nach der Grundimmunisierung und 3 Jahre nach der Wiederholungsimpfung.