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Pasteurellose der Schafe

Informationen zum Erreger

Im Wesentlichen gelten die Ausführungen zu Pasteurellen beim Rind auch für kleine Wiederkäuer (siehe Abschnitt Bronchopneumonie, enzootische). Neben den beiden, beim Rind vorkommenden Spezies Pasteurella multocida und Mannheimia haemolytica, spielt v.a. Bibersteinia trehalosi eine wesentliche Rolle beim Schaf. Während M.haemolytica tendentiell gegen Ende des Frühjahrs Pneumonien bei älteren Schafen und nur bei jungen Lämmern Septikämien verursacht, kommt es besonders im Spätherbst vor allem bei Mastlämmern zu durch B.trehalosi verursachten perakuten Todesfällen. Prophylaktisch ist auch hier die Optimierung der Haltungsbedingungen entscheidend. Durch Einsatz von Impfstoffen kann die Krankheitslast aber reduziert werden.

Sowohl bei Schafen als auch bei Ziegen spielen Infektionen mit Mycoplasma ovipneumoniae eine bedeutende Rolle als Wegbereiter von Pasteurellosen sowie als Erreger der subakuten bis chronischen Atypischen Pneumonie bei älteren Lämmern und Jungtieren. Gegen M. ovipneumoniae sind derzeit keine Impfstoffe zugelassen.

weiterführende Literatur

  • Tiermedizinische Mikrobiologie, Infektions- und Seuchenlehre; Herausgegeben von H.J. Selbitz; U. Truyen; P. Valentin-Weigand; Enke-Verlag Stuttgart 10. Auflage (2015); Pasteurellaceae; Christa Ewers, Lothar Wieler; S. 223 ff.
  • Bostedt, H.; Ganter, M.; Hiepe, T. (Hrsg.): Klinik der Schaf- und Ziegenkrankheiten, 1. Auflage. Stuttgart: Thieme, 2018, ISBN 978-3-13-242281-0; DOI10.1055/b-006-161625

Zugelassene Impfstoffe

Stand November 2020

Handelsname

zugelassen für

Zulassungsinhaber

Impfantigen

leb./ inakt.

Hyperlink

Heptavac P plus

Schaf

Intervet

C.perfringens:

                        Typ C-, D-Toxoid

C.septicum-Toxoid

C.novyi-Typ B Toxoid

C.tetani Toxoid

C.chauvoei

 

Mannheimia haemolytica

Bibersteinia trehalosi

inakt.

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Zusammensetzung

Handelsname

Impfantigen

Zelllinie

Inaktivierung

Thiomersal

(pro Dosis)

Adjuvans (pro Dosis)

Heptavac P plus

C.perfringens:

                        Typ C-, D-Toxoid

C.septicum-Toxoid

C.novyi-Typ B Toxoid

C.tetani Toxoid

C.chauvoei

 

Mannheimia haemolytica

Bibersteinia trehalosi         

Formaldehyd

0.13-0.3 mg

Al(OH)3      800 mg

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Applikationshinweise

Handelsname

Dosis

frühester Impfzeitpunkt

Grundimmunisierung

Wiederholung

Bemerkungen

Heptavac P plus

Schaf: 2mL/s.c.

Ab 3 Lebenswoche

2x im Abstand von 4-6 Wo

alle 12 Mo

Als Muttertierimpfung sollte der Impfstoff 4-6 Wo vor dem Ablammen verimpft werden.

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Anwendungsgebiet

Handelsname

Indikation

Heptavac P plus

Aktive Immunisierung der Schafe gegen:

a) durch Clostridium novyi Typ B, Clostridium perfringens Typ B, C und D, Clostridium septicum, Clostridium tetani und Clostridium chauvoei verursachte Erkrankungen wie Deutsche Bradsot/ infektiöse Lebernekrose, Lämmerdysenterie/ bösartige Lämmerruhr, Enterotoxämie/ Struck, Breinierenkrankheit/ Typ D- Enterotoxämie Nordische Bradsot/ Labmagenpararauschbrand, Geburtspararauschbrand/ malignes Ödem I, Tetanus/Wundstarrkrampf, Rauschbrand/ Gangraena emphysematosa.

b) durch Mannheimia haemolytica (Serotypen A1, A2, A6, A7, A9) und Bibersteinia trehalosi (Serotypen T3, T4, T10, T15) verursachte Erkrankungen (insbesondere septikämische Formen und Pneumonien).

Außerdem kann der Impfstoff als Muttertierimpfstoff zur Kontrolle von Krankheiten der Sauglämmer wie Lämmerdysenterie, Breinierenkrankheit, Tetanus und Pasteurellose angewendet werden. Insbesondere gegen Pasteurellose ist der Impfstoff ab einem Lebensalter von 10 Tagen einsetzbar.

Beginn der Immunität: 14 Tage nach der 2. Impfung

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