Direkt zur Hauptnavigation springen Direkt zum Inhalt springen Jump to sub navigation

Leptospirose

CAVE: Meldepflichtig

Informationen zum Erreger

Leptospiren sind schmale, fadenförmige Bakterien, die sich mit gängigen Färbemethoden nur schlecht darstellen und kultivieren lassen. Klassischerweise wurden innerhalb der pathogenen Spezies Leptospira interrogans etliche Serovare mit unterschiedlicher Virulenz und Wirtsspezifität unterschieden. Aufgrund neuerer molekularbiologischer Untersuchungen wurde die Gattung neu in Spezies unterteilt, wobei die alte Zuordnung in Serovare aber weiterhin Verwendung findet. Die Leptospiren vermehren sich in feucht-warmem, mikroaerophilem Milieu. Kontaminiertes Wasser ist eine wichtige Ansteckungsquelle.

Etliche Serovare gehen von Nagetierreservoiren aus. Dazu gehören insbesondere die Serovare Icterohaemorrhagiae, Grippotyphosa und Mozdok. Die beim Rind besonders relevanten Serovare Hardjo und Pomona sind vergleichsweise wirtsspezifisch und infizieren in erster Linie Rind und Schaf, wobei letztere auch beim Schwein eine Rolle spielt. Die Leptospirose tritt besonders in Regionen mit extensiver Weidehaltung auf. Klinisch ist die Leptospirose durch Fieber, Ikterus, Hämoglobinurie und Leistungsabfall gekennzeichnet. Teils kommt es zu Aborten. Problematisch ist die Ansiedelung in den Nierentubuli, die zur persistierenden Erregerausscheidung über den Harn führen kann.

Zumindest in den USA und Neuseeland hat die Serovar Hardjo die größte Bedeutung. Teilweise tritt sie auch in den Niederlanden und im Bayrischen Voralpenraum auf. Ansonsten spielt die Leptospirose bei Rindern und kleinen Wiederkäuern in Deutschland klinisch nur eine untergeordnete Rolle, doch steht im Bedarfsfall ein zugelassener Impfstoff zur Verfügung.

weiterführende Literatur

  • Tiermedizinische Mikrobiologie, Infektions- und Seuchenlehre; Herausgegeben von H.J. Selbitz; U. Truyen; P. Valentin-Weigand; Enke-Verlag Stuttgart 9. Auflage (2011); Leptospirose der Wiederkäuer; Reinhard Straubinger; S. 143 ff.
  • Concurrent Administration of an Inactivated Bovine Viral Diarrhoea Virus (BVDV) Vaccine (PregSure BVD) with an Inactivated Leptospira borgpetersenii serovar Hardjo vaccine (SpirovacÆ) is Safe and Efficacious. (2007) Raue. Cattle Pract. 15, pp: 316.

Zugelassene Impfstoffe

Stand November 2020

Handelsname

zugelassen für

Zulassungsinhaber

Impfantigen

leb./ inakt.

Hyperlink

Spirovac

Rind

Zoetis

L.borgpetersenii

Serovar Hardjo

inakt.

PharmNet

Nach oben

Zusammensetzung

Handelsname

Impfantigen

Zelllinie

Inaktivierung

Thiomersal

(pro Dosis)

Adjuvans (pro Dosis)

Spirovac

L.borgpetersenii

Serovar Hardjo

Typ hardjobovis

Formaldehyd

max. 0.01%

Al(OH)3      3-3,6 mg

Nach oben

Applikationshinweise

Handelsname

Dosis

frühester Impfzeitpunkt

Grundimmunisierung

Wiederholung

Bemerkungen

Spirovac

2 mL; s.c.

Ab 4 Wochen

Zweimal im Abstand von vier bis sechs Wochen

jährlich

Lokalreaktionen sind häufig.

Nach oben

Anwendungsgebiet

Handelsname

Indikation

Spirovac

Zur aktiven Immunisierung (i) von Rindern zur Verminderung einer Nierenbesiedlung und Ausscheidung von Leptospira borgpetersenii Serovar Hardjo Typ hardjobovis über den Urin, insofern als nach Belastungsversuchen sich keine lebensfähigenKeime aus dem Urin geimpfter Tiere durch Erregeranzucht nachweisen lassen:

 

Drei Wochen nach Grundimmunisierung wurde der Beginn der Immunität durch Belastungsversuche mit Leptospira borgpetersenii Serovar Hardjo Typ hardjobovis nachgewiesen; die Dauer der Immunität beträgt 12 Monate.

 

(ii) von Rindern, die persistent mit Leptospira borgpetersenii Serovar Hardjo infiziert sind: zur Reduzierung der Ausscheidung von Leptospira borgpetersenii Serovar Hardjo Typ hardjobovis über den Urin ohne die Nierenbesiedlung zu vermindern.

 

Dieser Effekt tritt vier Wochen nach der Impfung auf, die Dauer ist unbekannt.

 

Die epidemiologische Signifikanz der reduzierten Ausscheidung wurde nicht nachgewiesen. Die Impfung kann möglicherweise nicht verhindern, dass es bei Kühen mit einer Plazentainfektion zum Zeitpunkt der Impfung zu einem Abort kommt.

Nach oben