Es wird von hohem Fieber und Schleimhauterosionen berichtet. Um die Ausbrüche wurden Restriktionszonen eingerichtet, welche Baden-Württemberg als gesamtes Bundesland, das Saarland sowie Teile von Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Hessen sowie die Regierungsbezirke Ober- und Niederbayern betreffen.
In Frankreich zirkuliert BTV-8 kontinuierlich seit 2015, seit 2023 mit stärker krankmachender Wirkung und erhöhter Sterblichkeitsrate. Auch aus Österreich werden über 1000 Fälle mit zum Teil schweren Verläufen und Todesfälle bei Rindern und Schafen gemeldet. In der Schweiz wurden im zweiten Halbjahr 2025 224 Ausbrüche mit BTV-8 festgestellt.
In den kommenden Wintermonaten werden die Infektionen mit nachlassenden Temperaturen und sinkender Gnitzenaktivität zurückgehen. Es ist aber anzunehmen, dass sich BTV-8 auch im nächsten Jahr, sobald die Temperaturen wieder höher sind, ausgehend von den bisher festgestellten Seuchengeschehen weiter ausbreiten wird. Das Ausmaß der BTV-8 Ausbreitung wird von vielen Faktoren, wie z.B. Temperatur oder Immunstatus der Tiere abhängen. Gegenwärtig sind die meisten Rinder und Schafe in Deutschland -gegenüber BTV-8- nicht geschützt, da Infektionen mit Feldvirus und BTV-8-Impfungen länger zurückliegen. Die Gefahr eines flächendeckenden Seuchengeschehens, ähnlich wie bei BTV-3 im Jahr 2024, kann deshalb nicht ausgeschlossen werden.
Um Todesfälle und Erkrankungen zu vermeiden, empfiehlt die StiKo Vet, mindestens in den BTV-8-Restriktionszonen Rinder und Schafe sowohl gegen BTV-8 als auch gegen BTV-3 zu impfen. Dies hat zusätzlich auch Vorteile bei der Verbringung von Tieren. Um eine möglichst hohe Impfdichte zu erreichen, wäre es aus Sicht der StIKo Vet sinnvoll, die Impfung gegen BTV-8 in gleicher Weise wie gegen BTV-3 finanziell zu unterstützen. Ein bivalenter Impfstoff gegen BTV-8 und BTV-4 sollte derzeit in ausreichender Menge marktverfügbar sein. Perspektivisch wäre die Aufnahme einer BTV-3 Komponente in zugelassene Impfstoffe mit Multi-Strain-Dossier äußerst wünschenswert.
