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F. 4 Welse

Edwardsiellose

Die Edwardsiellose wird durch die Bakterien Edwardisella tarda und E. ictaluri aus der Familie der Enterobacteriaceae verursacht. E. tarda führt bei einem weiten Spektrum von Fischarten aus dem Süß- und Seewasser, einschließlich mariner Plattfische, Aale und verschiedener Welsarten zu einer systemischen Infektion und verursacht eine septikämische Erkrankung. Dieses Bakterium kann darüber hinaus bei Amphibien, Reptilien, Vögeln und Säugetieren einschließlich des Menschen zu Erkrankungen führen. Im Gegensatz dazu infiziert E. ictaluri nur Fische aus verschiedenen Welsarten. E. ictaluri wird als obligat parasitische Spezies eingeschätzt, die außerhalb eines infizierten Wirtes nur für eine begrenzte Zeit überlebt. Im Gegensatz dazu überdauert E. tarda im Darm von Fischen und anderen aquatischen Tieren sowie in Umweltproben, in denen es bei 14 bis 45°C über einen langen Zeitraum, auch in nicht kultivierbarer, aber lebensfähiger Form („viable but non culturable form“) vorliegen kann. Die Infektion erfolgt durch infiziertes Material, wie Faeces von infizierten Fischen, kontaminiertes Wasser oder Schlamm, wobei die Erreger über Kiemen, und E. tarda auch über Darm und Haut in den Fisch eindringen. Zur Therapie der Edwardsiellose werden Antibiotika eingesetzt. In Nordamerika ist gegen E. ictaluri ein Impfstoff mit einem attenuierten Isolat (Aquavac ESC, Fa. Intervet) zugelassen. In Europa sind Impfstoffe gegen E. ictaluri und E. tarda nicht verfügbar.