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Impftabelle

D. Kleine Wiederkäuer

D. 4 Extensive Haltungsformen

Blauzungenkrankheit

Eine Impfung gegen Blauzungenkrankheit ist nur nach behördlicher Genehmigung in Abhängigkeit von einer Risikoeinschätzung des Friedrich-Loeffler-Instituts möglich. Derzeit gibt es in Frankreich und Italien BTV-Ausbrüche basierend auf den Serotypen 8 und 4. Die Wahrscheinlichkeit, dass BTV –insbesondere BTV-8– nach Deutschland gelangt, wird als sehr hoch eingeschätzt. Daher hat die StIKo Vet in einer im Dezember 2016 aktualisierten Stellungnahme empfohlen, empfängliche Wiederkäuer gegen BTV-4 und 8 zu immunisieren.

Chlamydiose

Zum Schutz der Bevölkerung gegen Chlamydia abortus sollte gerade in Wanderschaf- und Hüteherden der Aufbau einer Herdenimmunität gegen Chlamydia abortus unabhängig von akuten Verlammungen erfolgen. Dazu ist eine einmalige Impfung der zur Remontierung vorgesehenen Jungschafe vor der Belegung ausreichend. Um Aborte und die Geburt lebensschwacher Lämmer zu reduzieren, sollten bei Beginn eines Impfprogrammes alle Zuchttiere der Herde spätestens 4 Wochen vor der Bedeckung einmalig mit einer Lebendvakzine geimpft werden. In den folgenden 2 bis 3 Jahren kann die Impfung auf die Zutreter beschränkt werden. Danach sollte wieder eine Impfung des gesamten Zuchttierbestandes durchgeführt werden, um eine ausreichende Bestandsimmunität zu gewährleisten. In die Bestandsimpfungen sollten die Böcke integriert werden. Versehentlich trächtig geimpfte Tiere können trotz Impfung abortieren, wenn sie bereits vor der Impfung latent infiziert waren. In solchen Fällen sollte die Ursache abgeklärt werden.

Clostridiose

Aufgrund des breiten Spektrums der verfügbaren Kombinationsvakzine ist ein lückenloser Schutz der gesamten Herde gegen Clostridieninfektionen zu empfehlen. Lämmer von ungeimpften Muttertieren haben nahezu keine spezifischen Immunglobuline, deshalb sollten solche Lämmer inerhalb der ersten beiden Lebenswochen geimpft werden. Im Gegensatz dazu erhalten Lämmer von geimpften Muttertieren Immunglobuline über das Kolostrum, die mit der Impfung interferieren können und so die aktive Immunisierung verhindern können. Deshalb sollten solche Lämmer nicht vor der 4.-6. Lebenswoche und besser erst in der 6.-8. Lebenswoche geimpft werden. Sofern die Tiere als Lämmer grundimmunisiert wurden, erfolgt eine jährliche Wiederholungs-impfung ca. 5-6 Wochen vor der Lammung. Vor spezifischen Risikosituationen, wie z.B. dem Umtrieb auf Weiden mit sehr protein- und energiereichem Futter sollte eine zusätzliche Impfung insbesondere von älteren Lämmern und jungen Zuchttieren erwogen werden.

Coxiellose

Durch die Impfung gegen Coxiellose kann in Ziegen und Schafen die Erregerausscheidung deutlich reduziert werden. Zum Schutz vor Humaninfektionen sollte bei einem klinischen Verdacht, vor allem aber in Betrieben mit erhöhtem Publikumsverkehr (z.B. Ferien auf dem Bauernhof, Besuche von Kindergärten, Beschicken von Märkten, Weiden an oder in Wohngebieten, Schauen, Schau-Scheren etc.) entsprechend den Empfehlungen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft für hygienische Anforderungen  an das Halten von Wiederkäuern, kurz Hygieneleitlinie, regelmäßig der Coxiellose-Status überprüft und eine entsprechende Risikobewertung vorgenommen werden. Bei nachgewiesener Erregerausscheidung wird die Herdenimmunisierung zum Schutz vor Humaninfektionen empfohlen.

Mastitis

Die klinische Erfahrung zeigt, dass in Problembeständen die Impfung gegen Mannheimia haemolytica Verluste durch von diesem Erreger verursachte Mastitiden verringern kann. Seit Kurzem ist in Deutschland ein Mastitis-Impfstoff zugelassen, der Ganzzellantigene von Staphylococcus aureus enthält. Laut Indikation soll die Impfung das Auftreten subklinischer Mastitiden und die klinische Ausprägung von klinischen Mastitiden, die durch S. aureus, und koagulasenegative Staphylokokken verursacht sind, reduzieren. Nach erfolgtem Erregernachweis kann die Bestandssanierung auf Basis einer Optimierung der Haltung, der Fütterung und des Hygienemanagements durch die Impfung begleitet werden.

Maul- und Klauenseuche

Es gilt ein generelles Impfverbot. Im Seuchenfall kann allerdings die zuständige Behörde eine Impfung in Form einer Not-(Suppressivmpfung mit dem Ziel die geimpften Tiere nach diener bestimmten Zeit nach der Imfung zu töten) oder Schutzimpfung (Impfung mit dem Ziel, die geimpften Tiere weiter zu nutzen) anordnen.

Moderhinke

Impfungen gegen Moderhinke reichen als alleinige Sanierungsmaßnahme nicht aus. Eine konsequente Behandlung, Klauenpflege und das Aussondern besonders betroffener Tiere ist unerläßlich. Der Impfstoff verursacht regelmäßig abszedierende Lokalreaktionen und sollte streng subkutan im seitlichen Halsbereich angewendet werden (vgl. auch die Hinweise zur Moderhinke in Abschnitt D.1).

Pasteurellose

Es steht ein Impfstoff für Schafe zur Verfügung, der neben Clostridien- auch Komponenten von Mannheimia haemolytica und Bibersteinia trehalosi enthält. In Beständen, in denen die genannten Erreger nachgewiesenermaßen Probleme verursachen, kann ein Einsatz der Kombinationsvakzine beitragen, wirtschaftliche Verluste zu reduzieren.

Schmallenbergvirus-Infektionen

Das Schmallenbergvirus wird nach einem fulminanten ersten Seuchenzug in den Jahren 2012-13 derzeit in Deutschland nur noch vereinzelt nachgewiesen. Die Impfentscheidung sollte der regionalen Seuchenlage entsprechend getroffen werden.