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Impftabelle

A. Kleine Haustiere

A. 4 Kaninchen

Jungtierimpfungen

Folgende Impfungen werden für das entsprechende Lebensalter empfohlen:

4–6 Lebenswochen:   Myxomatose, RHD
7–10 Lebenswochen:   Myxomatose, RHD

Bordetella/Pasteurella-Infektionen

Für Kaninchen steht ein inaktivierter Impfstoff zur Verfügung, der Antigene von Pasteurella multocida und Bordetella bronchiseptica enthält. Die Impfung wird v.a. als Bestandsimpfung in Kaninchenzuchten empfohlen. Sie muss von geeigneten Hygienemaßnahmen begleitet werden und hat eine Reduktion des Infektionsdrucks im Bestand zum Ziel. Die Grundimmunisierung besteht aus zwei Impfungen im Abstand von 14 Tagen. Die Wiederholungsimpfung ist alle 6 Monate zu verabreichen; bei intensiv zur Zucht genutzten Häsinnen mindestens vor jeder zweiten Trächtigkeit.

Clostridiose

Gerade in Mast- und intensiven Zuchtbetrieben kann es zu Durchfallerkrankungen kommen, die v.a. bei Jungtieren mit einer bis zu 90%-igen Mortalität einhergehen können. Neben einem guten Hygiene- und Futtermanagement kann die Impfung gegen Toxine von Clostridium perfringens dazu beitragen, die Krankheitslast zu reduzieren. Zurzeit ist für die Anwendung am Kaninchen ein Toxoid-Impfstoff zugelassen, der C. perfringens-Typ A-Toxoide (alpha- und beta2-Toxoid) enthält. Der Impfstoff kann entweder als Muttertierimpfstoff zum passiven Schutz der Jungtiere über maternale Antikörper eingesetzt oder zur aktiven Immunisierung der Zucht- und Jungtiere verwendet werden.

Myxomatose

Das Myxomatosevirus kann durch Vektoren (z.B. Stechmücken oder Flöhe) und direkte Übertragung verbreitet werden. Die Vermeidung des Krankheitseintrages wird dadurch erheblich erschwert, und umso wichtiger ist die Immunprophylaxe. Die Ausprägung der Krankheitssymptome und die Virulenz des Erregers sind stark vom Stamm abhängig. Bei hoch virulenten Erregern kann besonders zu Beginn einer Epizootie Morbidität und Mortalität in nicht geimpften Beständen bei weit über 90 % liegen. Es bestehen sehr geringe Heilungsaussichten. Behandlungsversuche sollten deswegen unterlassen werden. Es ist eine Reihe von attenuierten Lebendvakzinen verfügbar. Die Impfung bietet keinen langanhaltenden, absoluten Schutz für das Einzeltier. Zur Verhinderung einer Epizootie ist daher auf kommunaler Ebene eine Impfabdeckung von mindestens 70 % der Kaninchenpopulation anzustreben. Bewährt haben sich in diesem Zusammenhang Impfaktionen, die von lokalen Kleintierzuchtvereinen organisiert werden. Je nach Impfstoff ist die Impfung alle vier bis zwölf Monate zu wiederholen.

Rabbit Haemorrhagic Disease (RHD)

Das Virus der RHD ist sehr widerstandsfähig in der Umwelt und kann durch belebte und unbelebte Vektoren (Personen, Futter, Gerätschaften, Transportkäfige, indirekte Kontakte auf Ausstellungen, passive Übertragung durch Insekten u.a.m.) leicht verbreitet werden. Neben klassischen Varianten des RHD-Virus (RHDV) ist in Deutschland mittlerweile auch die RHDV-2-Variante weit verbreitet. Durch die Impfung lässt sich die Erkrankung sicher verhindern. Allerdings ist der Impfschutz weitgehend Serotyp-spezifisch. Es steht ein bivalenter Impfstoff zur Verfügung, der nach einmaliger Anwendung für ein Jahr gegen beide derzeit zirkulierenden Varianten des Virus Schutz bietet.