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Aktuelles von der StIKo Vet

Kurzmitteilung zum aktuellen Ausbruch der Lumpy Skin Disease in Frankreich und Italien

Wiederkäuer

Die Ausbruchsgeschehen in Frankreich und auf Sardinien sind noch nicht zur Ruhe gekommen

Am 23. Juni 2025 meldete Italien Ausbrüche von Lumpy Skin Disease auf Sardinien. Am 30. Juni 2025 wurde in Frankreich ein erster Ausbruch in der Region Savoie nahe der Grenze zur Schweiz gemeldet. In beiden Regionen ist das Infektionsgeschehen noch nicht zur Ruhe gekommen. Ein weiterer Ausbruch in Norditalien, bei dem es sich um ein Rind handelte, das von Sardinien auf das Festland verbracht worden war, ist mittlerweile erloschen. Es wurden keine Sekundärausbrüche festgestellt. Der Fall zeigt aber, dass durch die Verbringung von infizierten Rindern Punkteinträge jederzeit möglich sind.

Lumpy Skin Disease ist eine systemische Allgemeininfektion der Rinder, die mit knotigen Hautveränderungen einhergeht. Sie ist nicht auf den Menschen übertragbar und wird durch ein Virus aus der Gattung Capripoxvirus verursacht. Der Erreger wird v.a. mechanisch durch blutsaugende Insekten verbreitet. Ursprünglich im südlichen Afrika beheimatet, hat sich der Erreger in den letzten 25 Jahren im Nahen Osten, in der Kaukasusregion sowie in Teilen der Russischen Föderation fest etabliert und mittlerweile auch Länder in Südostasien erreicht. In Südosteuropa war die Balkanregion von 2014 bis 2018 sehr stark betroffen.  Eine breit angelegte Impfkampagne brachte das Geschehen zum Erliegen und verhinderte die Ausbreitung nach Norden. 

Der aktuelle Ausbruch in Frankreich hat -auch aufgrund der jahreszeitlich bedingten, hohen Insektenaktivität- das Potenzial, sich auf benachbarte Regionen auszudehnen. Lumpy Skin Disease ist eine Tierseuche der Kategorie A. Im Einklang mit dem Europäischen Tiergesundheitsrecht wurden in Italien und Frankreich Bekämpfungsmaßnahmen eingeleitet und 20km-Schutz- und 50km-Überwachungszonen um die Ausbruchsbetriebe eingerichtet. Die Überwachungsregeln wurden auch für grenznahe Regionen in der Schweiz, die von den 50 km Radien erfasst werden, übernommen. In den betroffenen Überwachungszonen (Sardinien, Frankreich und Schweiz) wurde mit Notschutzimpfungen begonnen. Die EU-Impfstoffbank stellte hierfür attenuierte Lebendimpfstoffe zur Verfügung, die sich bereits während der Impfkampagne auf dem Balkan in den Jahren 2014-2018 bewährt haben.

Das Friedrich-Loeffler-Institut schätzt die unmittelbare Gefahr für deutsche Rinderhaltungen in einer aktuellen Risikobewertung im Moment als gering ein. Eine Ausdehnung des Infektionsgeschehens in Frankreich könnte diese Situation aber schnell ändern. Vorsorglich wurde eine Expertengruppe am Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat eingerichtet, die derzeit mögliche Notfallszenarien und insbesondere den Einsatz von Notschutzimpfungen vorbereitet. Die StIKo Vet unterstützt dahingehende Überlegungen.

Weitere Informationen auf der Homepage des FLI

Kuh in den Schweizer Alpen